La Traviata (Die vom Wege Abgekommene) ist die Oper, die den Namen dieses Blogs definiert wie kaum eine andere. Zwei Menschen lieben sich, werden durch äußere Umstände getrennt, finden wieder zueinander, doch es ist zu spät. Violetta stirbt: langsam, dramatisch, unvermeidlich und musikalisch schön untermalt.
La Traviata ist eine Oper von Giuseppe Verdi. Das Libretto stammt von Francesco Maria Piave und basiert auf Alexandre Dumas Roman “Die Kameliendame”. Die Uraufführung 1853 in Venedig war ein Flop, heute ist sie eine der meistgespielten Opern der Welt.
Die Handlung
Violetta ist eine High-Society-Escort in Paris. Sie ist beliebt und bekannt für ihre ausfallenden Partys. Leider ist sie an Tuberkulose erkrankt. Alfredo Germont verliebt sich in sie und gesteht ihr seine Liebe. Violetta, die schon lange keine feste Beziehung mehr hatte und zweifelt, ob das etwas für sie ist, lässt sich darauf ein. Die beiden ziehen aufs Land und leben glücklich, bis Alfredos Vater Giorgio Germont auftaucht. Er bittet im geheimen Violetta darum, seinen Sohn zu verlassen, denn die Verbindung mit einer Prostituierten gefährde die Heiratspläne seiner Tochter und den Ruf der Familie. Violetta gibt nach und schreibt Alfredo einen Abschiedsbrief und kehrt nach Paris zurück. Alfredo, wütend und verletzt, folgt ihr nach Paris und blamiert sie öffentlich bei einer Party. Kurz darauf erfährt Alfredo die Wahrheit: Violetta hat ihn aus Liebe gehen lassen. Er fährt zu ihr, die beiden versöhnen sich, doch es ist zu spät. Violetta stirbt.
Die Story ist simpel. Keine Götter, keine politischen Intrigen, einfach nur zwei Menschen, die sich lieben, und ein alter Mann, der aus der Sorge “was die anderen denken” die Liebenden entzweit. Das ist alles, und das macht La Traviata so schön. Tiefe, verwobene Geschichten wie bei Wagner haben definitiv ihren Reiz, manchmal will man aber einfach nur zuhören, ohne Programmheft und YouTube-Erklär-Videos.
La Traviata ist eine intime Oper. Die Story folgt nur Violetta, und wenn sie stirbt, ist alles vorbei. Je nach Inszenierung ist oft nur sie zu sehen. Die anderen Figuren sind fast immer eine Reaktion auf sie. Verdi selbst lebte jahrelang unverheiratet mit der Sopranistin Giuseppina Strepponi zusammen, was die Gesellschaft, genau wie in der Oper, nicht billigte. Der emotionale Kern der Oper ist Violettas Abschiedsarie “Addio del passato”. Der Arzt hat keine Hoffnung mehr. Sie weiß, dass sie stirbt:
Im Kontrast dazu, das dir sicherlich bekannte fröhliche Trinklied “Libiamo, ne’ lieti calici” aus Akt I, als noch alles gut war:
La Traviata ist, laut Operabase, heute die meistgespielte Oper der Welt. Vermutlich, weil sie durch Einfachheit besticht, eine nachvollziehbare Story erzählt und schön klingt.
Uraufführung: 6. März 1853